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Faszienyoga - eine Praxis, die unter die Haut geht.


Jahrelang galt das fasziale Bindegewebe in der Anatomie als bloße „Verpackung“. Heute weiß die Wissenschaft dank Pionieren, wie Dr. Robert Schleip, dass unsere Faszien ein hochsensibles, eigenständiges Sinnesorgan und das größte Spannungsnetzwerk des Körpers sind.

 

Das leisten unsere Faszien im Körper

Dieses faszinierende, dreidimensionale Netz durchzieht unseren gesamten Organismus. Es gibt unseren Organen Form und Halt, umhüllt und verbindet alle Muskeln miteinander, leitet Kräfte durch den Körper und sorgt dafür, dass alle Strukturen reibungslos aneinander vorbei gleiten können.

 

Faszien brauchen Bewegung

Durch zu wenig Bewegung verklebt das fasziale Gewebe und trocknen aus, was Bewegungseinschränkungen und schmerzhafte Verspannungen zur Folge haben kann. Durch gezieltes Training können wir das Gewebe wieder geschmeidig und gleitfähig machen, wodurch sich Verspannungen lösen, die Gelenke sich wieder freier bewegen und der Körper sich im Alltag wieder leichter, beweglicher und aufrechter anfühlt.

 

Wie trainiert man die Faszien?

Das Modell der Anatomy Trains von Thomas Myers zeig auf, dass Muskeln nie isoliert arbeiten, sondern über myofasziale Leitbahnen von den Zehenspitzen bis zum Kopf miteinander verbunden sind. Ein fundiertes Faszientraining sollte dementsprechend die Muskel- und Faszienketten in ihrer Gesamtheit ansprechen.

Dabei stehen vier Prinzipien im Vordergrund:

1. Hydration & Detonisierung (Rolle & Ball): Durch gezielten, langsamen Druck mittels myofaszialer Selbstmassage wird verklebtes Gewebe wie ein Schwamm ausgedrückt. Beim Nachlassen des Drucks saugt sich die Faszie mit frischer, nährstoffreicher Flüssigkeit voll. Dies senkt die Grundspannung (Tonus) und macht das Gewebe wieder gleitfähig.

2. Der Katapult-Effekt (Schwungübungen): Faszien besitzen die Fähigkeit, kinetische Energie wie eine Feder zu speichern und katapultartig wieder abzugeben. Durch rhythmische, dreidimensionale Schwung- und Federbewegungen werden die elastischen Anteile (Kollagen- und Elastinfasern) trainiert, was den Körper elastisch und dynamisch macht.

3. Aktivierung & Tonisierung: Durch Kräftigungsübungen, die die Muskel-Faszienketten ansprechen, wird der nötige Zugreiz erzeugt, den die Faszien brauchen, um stabil, und reißfest zu bleiben. Da jede Bewegung immer aus dem Zusammenspiel einer oder auch mehrerer dieser Ketten entsteht, wird ein sehr hoher Alltagsübertrag erreicht.

4. Statisches Dehnen: Statische Dehnhaltungen, die zwei bis drei Minuten gehalten werden, signalisieren den Bindegewebszellen, das starre, kreuz und quer fehlgebildete Kollagennetz wieder parallel und geordnet aufzubauen. Das Gewebe gibt nach, wird spürbar weich und gewinnt seine volle, gesunde Länge zurück.

 

Faszienyoga

Wenn wir diese vier Prinzipien und das Wissen über die faszialen Spannungslinien in die Yogapraxis integrieren entsteht eine wirkungsvolle Symbiose. Faszienyoga ist ein ganzheitliches Trainig, das den Körper nicht nur beweglicher, sondern auch elastischer, weicher und kräftiger macht.

 

Neugierig geworden? Genau auf diesen Prinzipien basiert unser brandneues Kursmodell „Faszienyoga“, das ab diesem Herbst im Ruhepunkt startet!

In jeder Einheit konzentrieren wir uns auf eine bestimmte Muskel-Faszienkette.

Freue dich auf die perfekte Verbindung aus Yoga und moderner Faszienforschung – für ein völlig neues Gefühl von Leichtigkeit, Freiheit und Kraft in deinem Körper.


Quellen:

Myers, T. W. (2014): Anatomy Trains: Myofascial Meridians for Manual and Movement Therapies. Elsevier Health Sciences.

Schleip, R. (2014): Faszien-Fitness: Vital, elastisch und dynamisch im Alltag und beim Sport. Riva Verlag, München.

 
 
 

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