top of page

Yoga bei Hitze - was solltest du beachten

Aktualisiert: vor 3 Tagen


Der Hochsommer ist da und die Hitze kann für unseren Körper beim Yoga herausfordernd sein. Vielleicht hast du es selbst schon auf der Matte gemerkt: Der Atem wird schneller, die Muskeln fühlen sich weicher an und beim Aufstehen wird einem plötzlich leicht schwummrig. Doch warum ist das so, und wie praktizieren wir in dieser Zeit auf sinnvolle Weise?

 

Warum uns im Sommer schwindelig wird

Sobald das Thermometer klettert, läuft unsere körpereigene Klimaanlage auf Hochtouren. Um die überschüssige Wärme loszuwerden, stellt der Körper die Blutgefäße weit, damit mehr Blut an der Hautoberfläche abkühlen kann. Das hat allerdings eine physikalische Nebenwirkung: Das Blut "sackt" durch die Schwerkraft nach unten in die Beine, wodurch oben am Herzen weniger Blut ankommt, weshalb der Blutdruck im Oberkörper sinkt. Um diesen Druckabfall auszugleichen und das Gehirn trotzdem stabil mit Sauerstoff zu versorgen, fängt das Herz an, schneller zu schlagen.

Wenn du nun zu schnell aufstehst, schafft es der Körper nicht, das Blut rechtzeitig gegen die Schwerkraft wieder nach oben zu pumpen. Für ein bis zwei Sekunden herrscht im Kopf sprichwörtlich Ebbe, das Gehirn meldet einen kurzen Engpass und dir wird schwarz vor Augen.

 

Ist Yoga bei Hitze dann überhaupt förderlich?

Ein klares Ja! Was viele unterschätzen ist nämlich, dass hohe Temperaturen für unseren Körper großen physiologischen Stress bedeuten. Das Herz pumpt schneller und die Gefäße arbeiten auf Hochtouren, um den Körper zu kühlen. Beim Yoga können wir gezielt den Parasympathikus – unseren Entspannungsnerv – anregen und einen erholsamen Gegenimpuls setzen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass wir uns bei Hitze nur noch regungslos auf die Matte legen sollten. Es tut dem Körper sogar ausgesprochen gut, den Kreislauf auch im Sommer gezielt und kontrolliert für ein paar Minuten hochzufahren. Das trainiert die Elastizität der Gefäße und sorgt dafür, dass unser System mit Hitze im Alltag insgesamt besser klarkommt. Das Maß ist dabei entscheidend ;-)

 

Bei Hitze sinnvoll praktizieren

Für eine sinnvolle Sommerpraxis lohnt sich ein Blick auf die Auswahl der Haltungen. Gut geeignet sind sanfte Rückbeugen im Liegen wie die Sphinx, da sie den Brustkorb sanft dehnen und die Atmung erleichtern, ohne den Kreislauf zu belasten. Auch sitzende Vorbeugen sind ideal, da sie das Nervensystem beruhigen und die Herzfrequenz senken. Die absolute Wunderwaffe im Sommer ist die Haltung „Viparita Karani“ ("Liegendes L" bzw. Beine an die Wand), weil sie das in den Beinen gestaute Blut mühelos zum Herzen zurückfließen lässt. Nur dosiert sollt man dagegen lange, statische Standhaltungen wie die Krieger-Variationen und schnellere Vinyasa-Flows üben, da sie das Herz-Kreislauf-System stärker fordern.

 

Deine optimale Vor- und Nachbereitung - ausreichend Trinken!

Trinke nicht erst kurz vor Kursbeginn einen ganzen Liter Wasser, da dieser dann schwer im Magen liegt. Setze stattdessen über den Tag verteilt auf zimmertemperiertes Wasser mit einer Prise Salz oder etwas Zitronensaft, um deine Elektrolytspeicher vorab aufzufüllen.

 

Deine optimale Vor- und Nachbereitung - genügend Essen

Achte darauf, nicht mit völlig leerem Magen zu üben. Bei Hitze neigt unser Blutzuckerspiegel durch das vermehrte Schwitzen und die Gefäßerweiterung dazu, abzusinken. Ein kleiner, leicht verdaulicher Snack etwa eine Stunde vor der Klasse – wie eine halbe Banane oder ein paar Datteln – hält den Blutzucker stabil und verhindert zittrige Beine auf der Matte. Nach der Stunde gilt es, die Glykogenspeicher und Elektrolyte zeitnah wieder aufzufüllen. Warte nach einer schweißtreibenden Einheit nicht stundenlang mit dem Essen, da der Blutzuckerspiegel sonst im Nachgang abfällt, was zu Kopfschmerzen und Müdigkeit führen kann.

 

Deine optimale Vor- und Nachbereitung - richtig Abkühlen

Nach der Stunde genieße am besten eine lauwarme anstatt einer eiskalten Dusche, um starkes Nachschwitzen zu vermeiden. Wenn du einen echten Frische-Kick sucht, kannst du vor oder nach der Stunde ein kaltes Fußbad nehmen. Das erfrischt den ganzen Körper nachhaltig von innen heraus.


 
 
 

Kommentare


bottom of page